Rasen

Grüne saftige Rasenflächen wirken auf mich beruhigend. Das ist die Zeit, in der der Rasen und der Garten genug Feuchtigkeit bekommen.

Aber im Lauf eines Gartenjahres durchlebt der Rasen wetterbedingt verschiedene Erscheinungsformen, es sei denn man sprengt ihn fortwährend.

Beim Sprengen konzentriere ich mich eher auf meine Gemüse-, Obst- und Blumenbeete.

Den Nutzrasen laufend zu wässern, empfinde ich bei der Größe der Fläche als Wasserverschwendung. Er überlebt meist auch die trockenen Phasen  und treibt gegen Ende des Sommers neu aus.

Mein Rasen ist eher eine gemähte Wiese, d.h. hier dürfen auch Klee, Kräuter und Blumen wachsen. Im Frühjahr ist der Rasen mit den kleinen blauen Blüten der Taubnessel übersät. Das Einzige, was ich regelmäßig aussteche, ist der Löwenzahn.

Aber es gibt ein paar Tipps, wie der Rasen, die Wiese, eine ganze Weile schöner aussieht.

 

1. Auch ein Rasen muss regelmäßig gedüngt werden, von nichts kommt nichts. Also einmal im Frühjahr, etwa Mitte März, wenn die Forsythien zu

    blühen beginnen, einmal im Sommer etwa Juni/Juli und einmal im Herbst, ab September bis Anfang November.

    Im Frühjahr und Sommer stickstoffreich, z.B. ein Dünger in der Mischung  Stickstoff, Phosphor, Kalium,  NPK 20 -5- 10.Ein Langzeitdünger im

    Frühjahr hält ca. 6-8 Monate. Enthält er zudem noch Eisen, verdrängt er teilweise auch Moose im Rasen.

    Im Herbst eher kaliumreich, z.B. Patentkali, Kalium- Magnesium- Schwefel ,K Mg S 30 10 15 , für Winterhärte und Strapazierfähigkeit.

    Da der Dünger meist gekörnt angeboten wird, kann er per Hand oder Streuwagen sehr einfach verteilt werden, möglichst vor zu erwartendem

    Regen, sonst sprengen.

2. Regelmäßiger Schnitt, 1 x pro Woche reicht, wenn man den Rasenschnitt auffängt (und kompostiert). Mähbeginn: tagsüber 10°C, nachts frostfrei,

    letzte Maht nach dem ersten Frost, im November.

3. Hohe Einstellung des Rasenmähers, also langer Rasen zu Beginn des Jahres, der sich im Sommer selbst beschattet und angenehm weich beim    

    Laufen nachgibt.

    Meistens bleibt der Klee in Blüte stehen, was die Insekten dankbar annehmen. Man kann auch noch feuchten Rasen mähen, da er oben schon

    abgetrocknet ist.

    Im Herbst wird der Rasen wieder kürzer gehalten, ca. 5 cm, damit er im Winter bei Begehung nicht bricht.

4. Ab und zu nachsäen, Anfang Mai, verjüngt den Rasen. Rasensaat auf der Fläche verteilen,  Komposterde darauf streuen. Hier das Wässern                nicht vergessen! Nachsähen gelingt auch im Herbst, aber nur bis Mitte Oktober, damit der Rasen noch ein gutes Polster bilden kann.

5. Ganz verfilzte Rasenflächen kann man im späteren Frühjahr, Mitte April - Anfang Mai, vertikutiern- nachdem der Rasen mindestens 2x nicht zu   

   kurz gemäht wurde, sonst nimmt der noch zarte Austrieb eher Schaden , evtl. auch dann nachsäen. 

   Sollte im Frühjahr nicht vertikutiert worden sein, kann man das im Herbst , September/Oktober , nachholen.

6. Rasenneuaussaat für größere Flächen nimmt man am besten im April -Mai oder September -Oktober vor, aufgrund der besseren

    Bodenfeuchtigkeit. Wässern empfehlenswert.

7. Auf den schlimmsten Rasenflächen habe ich kurzzeitig  Beete angelegt. Dazu habe ich die Erde umgegraben, entkrautet und gedüngt.

    Nach 1-2 Jahren habe ich sie wieder in Rasenflächen zurückverwandelt, mit entsprechendem Erfolg!

8. Sommergelber Rasen treibt in der Regel im Herbst wieder nach, also kein Grund zur Sorge!

9. Laub im Herbst abharken, darunter sammeln sich Pilzsporen, Schimmel oder Krankheitserreger.

 

Im Normalfall sähe ich Tiergarten-Mischung: Rotsschwingel, Weidelgras, Wiesenrispe.

Für den Halbschatten verwende ich eine andere Sorte, Schattenrasensamen enthält mehr Schwingelgras und etwas andere Rispengrassorten, die auch mit weniger Licht zurecht kommen.

Inzwischen gibt es Rasenmischungen mediterraner Art, die mit weniger Wasser auskommen, da die Saat tiefer wurzelt.                                            Eine dieser Sorten habe ich im September 2020 nachgesät, da das Havelland oft vom Regen verschont bleibt.

Der Rasen ist sehr gut angegangen, da es seit Anfang September gut geregnet hat. Mitte September erfolgte die Herbstdüngung. Der Rasen ist jetzt sehr dicht und die Lücken sind zugewachsen. Auch die Farbe ist im Moment sehr ansprechend. Weitere Erfahrungsberichte im nächsten Gartenjahr 2021.

 

Im vollen Schatten wächst kein Rasen! Für diese Stellen im Garten gibt es aber auch genug Schatten- Stauden, wenn der Bereich nicht zu trocken und zu dunkel ist. Hier einige wichtige Sorten: Rispenhortensien, Storchschnabel, Funkien, Pupurglöckchen, Tränendes Herz, Astilbe, Glockenblumen.

 

April 2021

Der überarbeitete Rasen ist sehr gut über den Winter gekommen. Er ist ansehnlich grün, sehr dicht, weniger verfilzt, die Moose schon ein bisschen herausgewachsen.

Im Mai werde ich noch einmal mediterrane Rasenmischung nachsäen. Ab Juni lasse ich ihn dann länger stehen, zur besseren Beständigkeit gegen Trockenheit.

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